Die heilige Gertrud von Nivelles

Schutzpatronin der Gärtner und Landwirte

Heilige GetrudDie heilige Gertrud war die Tochter von Pippin dem Älteren, Hausmeister der merowingischen Könige und Stammvater der Karolinger und seiner Gemahlin Itta. Sie war die Ur-Ur- Großtante Karls des Großen. Geboren um 626 verstarb sie am 17.03.659 in dem von ihrer Mutter gegründeten Kloster Nivelles in Süd- Brabant (Belgien), das sie seit 647 leitete. Sie soll das Amt der Äbtissin inne gehabt haben und wird wegen ihrer Milde und Wohltätigkeit und auch als eine der gelehrtesten Frauen ihrer Zeit gerühmt. Schon bald verbreitete sich ihre Verehrung in den Niederlanden und am Niederrhein aber auch im ganzen Erzbistum Köln aus. Auch am Mittel- Rhein genoss sie hohe Verehrung, weil ihre Mutter ihr als Mitgift außer den belgischen Gütern eine Reihe Herrschaften geschenkt hatte, z.B. Altwied, Rheinbrohl, Linz am Rhein und Sechtem.

In der ökumenisch geweihten Gertrudiskapelle im Bonner Frauenmuseum steht eine etwa 30 cm große goldene Reliquie, die neben dem Abbild einen winzigen Knochensplitter in sich trägt.

Laut einer Legende soll sie durch ihr Gebet eine Mäuse- und Rattenplage verhindert und somit die Ernte gerettet haben. Vor allem in Norddeutschland gilt sie deshalb auch als Heilige der Deiche, da Mäuse und Ratten Dämme zersetzen. Auf Abbildungen und Skulpturen wird sie mit einer Maus oder auch Sichel dargestellt. Aber auch als Patronin steht sie den Reisenden, Pilger, Wanderer aber auch Gefangenen bei. Als Schutzherrin von Spitälern trugen diese im Mittelalter allenthalben ihren Namen.

Das Landvolk bevorzugte die hl. Gertrud, weil sie als Gärtnerin für die Frühjahrsbestellung von Bedeutung war. An ihrem Namenstag am 17.03. schnitt die Bäuerin ein Brot auf der Mitte des Pfluges durch und gab die eine Hälfte dem Knecht, die andere den Zugtieren. An diesem Datum, dem „Gertraudentag“, wird traditionell die Saison für die Arbeit im Garten eröffnet.

Manche Wetter- und Bauernregeln ranken um ihren Namen:
Gertraude nützt dem Gärtner fein, wenn sie kommt mit Sonnenschein.
Sieht St. Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiß.
An St. Gertrud ist es gut, wenn in die Erd´ man Bohnen tut.

Noch heute bekannt ist in manchen Gegenden die sog. „Gertrudenminne“, die man beim Abschied­nehmen oder einer Versöhnung trank.

Am Vereinshaus des Gartenbau- und Verschönerungsverein Lechenich verschönert eine Statue der heiligen Gertrud seit dem Jahr 2004 die Fassade zur Herriger Straße hin. Sie befindet sich dort in einer Nische über dem Fenster. Als Vorlage diente einem Kölner Kunst- und Metallgießer eine St. Gertrudis-Figur aus der katholischen Kirche in Zülpich - Juntersdorf. Diese imposante Bronzefigur ist ca. 1 Meter hoch, wiegt 55 kg und wird nachts angestrahlt.

Auf ihrem Bischofsstab klettert eine Maus hinauf, Symbol der Landwirte. In der linken Hand trägt sie eine Lilie, Symbol der Gartenfreunde. Der Sockel auf welchem die Figur steht, ist ein Stück aus Trachytgestein aus dem Siebengebirge und wurde bei der Restaurierung des Westportals des Kölner Doms vom damaligen Dom-Steinmetzmeister dem 1. Vorsitzenden des Gartenbauvereins Lechenich geschenkt.

Die "Lilie", eine außergewöhnliche Blume voller Symbolik, wurde durch die Künstlerin Frau Inge Schotten aus Lechenich hergestellt.

 

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